Der Herpes zoster (Gürtelrose) ist die Folge einer Reaktivierung des nach der Primärinfektion latent in den Ganglien verbleibenden Windpockenviren. Zoster tritt vor allem bei Störungen der Immunabwehr im Alter oder bei bestimmten Grunderkrankungen wie zum Beispiel bei HIV-Infektion, Lymphomen und anderen bösartigen Erkrankungen sowie nach Knochenmarktransplantation auf. Typisch ist zunächst ein brennender Schmerz, der über Tage anhalten kann. Innerhalb von zwei Tagen kommt es zur typischen halbseitigen, bandartigen Ausprägung der Zosterbläschen, am häufigsten an Rumpf und Brustkorb; mit zunehmendem Lebensalter werden auch Hautsegmente am Kopf befallen.
Bei etwa 10 Prozent der Patienten kommt es zu komplizierten Krankheitsverläufen wie Zoster ophthalmicus (Befall des Auges), Zoster oticus (Befall des Ohres) und Befall der inneren Organe. Ebenso wie bei Varizellen kann auch bei Herpes-zoster-Erkrankungen das Zentralnervensystem in Form von Hirnhautreizungen oder Hirnhaut-Gehirnentzündung betroffen sein. Bei Personen mit gestörter Immunabwehr ist der Zoster nicht auf einzelne Hautsegmente begrenzt, sondern kann sich auf viele Stellen des Körpers ausbreiten und sogar hämatogen streuen. Solche Verläufe können lebensbedrohend sein.
Bei Kindern verläuft die Erkrankung im Allgemeinen gutartig, bei Erwachsnenen können starke Schmerzen durch eine aktute Neuritis auftreten. Nach Abheilen des Zosters kann eine postherpetische Neuralgie (PHN) über lange Zeit, in Einzelfällen sogar lebenslang, erhebliche Schmerzen bereiten.