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Krankeitsbild Masern

Die Masern werden auch heute noch von vielen als harmlose Kinderkrankheit angesehen, obwohl sie von einer Reihe zum Teil schwerwiegender Komplikationen bis hin zum Tod begleitet werden. Der Erreger dieser Infektionskrankheit, das Masern-Virus, befällt vor allem die Schleimhäute des Atemtraktes und der Augen. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfcheninfektion und auf die erstmalige Ansteckung folgt in jedem Fall die Erkrankung.

Für das Krankheitsbild bezeichnend sind zunächst hohes Fieber verbunden mit Abgeschlagenheit, bellendem krampfhaften Husten, Schnupfen und einer Bindehautentzündung. In der Wangenschleimhaut sind oft die für Masern charakteristischen "Koplik'schen Flecken" (weiße Flecken) zu erkennen. Nach ein bis zwei Tagen fällt das Fieber ab, um am nächsten Tag erneut anzusteigen. Innerhalb von drei Tagen bildet sich - unter Zunahme des Fiebers - anfangs im Gesicht, dann am Hals, an der Brust und schließlich am ganzen Körper - ein roter, kleinfleckiger Hautausschlag, der an manchen Stellen ineinander fließt. Wenn der Ausschlag die Füße erreicht hat, beginnt die Temperatur abzufallen und die Flecken blassen in der Reihenfolge, in der sie aufgetreten sind, wieder ab. In gutartigen Fällen ist der Ausschlag schon am achten Krankheitstag verschwunden. Tritt bis dahin aber noch keine eindeutige Linderung der Beschwerden auf, wächst die Gefahr, dass es im Krankheitsverlauf zu ernsten Komplikationen kommt.

Als Komplikationen können eine Pneumonie (Lungenentzündung), eine Otitis media (Mittelohrentzündung) sowie Infektionen des Kehlkopfes und der Luftröhre (Masern-Krupp) auftreten. Gefährlich ist vor allem die Gehirnentzündung (Masernenzephalitis), manchmal verbunden mit einer Hirnhautentzündung (Masern-Meningoenzephalitis). Mehr als 20 Prozent der Kinder, bei denen eine Gehirnentzündung auftritt, sterben daran; Überlebende tragen oftmals dauerhafte Schäden des Gehirns davon.

Heute betreffen fast ein Drittel der in Deutschland auftretenden Masernfälle Jugendliche und Erwachsene, bei denen die Komplikationsrate wesentlich höher ist als bei Kleinkindern.

Hier finden Sie den Ratgeber des Robert Koch-Instituts zu Masern:
Ratgeber Masern

Die Impfung

Sinnvoll ist es, mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln gleichzeitig zu impfen - und zwar Jungen und Mädchen. Nur mit der zweimaligen Impfung (MMR oder MMRV) kann es gelingen, sich zu schützen.

Versäumte Impfungen sollten sobald als möglich nachgeholt werden. Die Impfstoffe sind für alle Altersgruppen geeignet. (Ausnahme: MMRV nur bis 12 Jahre.)

Während oder kurz nach der Impfung kann die Einstichstelle gerötet sein und ein leichtes Brennen auftreten. Da die Impfung in abgeschwächter Form die Infektion nachahmt, ist leichtes Fieber für ein bis zwei Tage etwa acht bis zwölf Tage nach der Impfung möglich. Außerdem wird gelegentlich von einem leichten Hautausschlag, den so genannten Impfmasern, berichtet. Impfmasern sind nicht ansteckend. Ob der dargestellten Impfreaktionen müssen Sie sich nicht beunruhigen.

IMPFUNG: (mit MMR- oder MMRV-Impfstoff)
im vollendetem 11. bis 14. Lebensmonat: erste Impfung
im vollendetem 15. bis 23. Lebensmonat: Wiederimpfung

Zwischen der ersten und zweiten Impfung muss mindestens ein Abstand von vier Wochen eingehalten werden. Spätestens am Ende des zweiten Lebensjahres sollten beide Impfungen gegeben worden sein.

Impfung aller Kinder und Jugendlichen, die noch nicht zwei Mal geipmpft wurden.

Hatten ungeimpfte oder nur einmal geimpfte Personen Kontakt zu einer an Masern erkrankten Person, sollten sie innerhalb der nächsten drei Tage nach Kontakt geimpft werden (postexpositionelle Impfung).

Erwachsenen ungeimpften oder empfänglichen Personen (bisher keine Masernerkrankung) ist die Impfung empfohlen, wenn sie im Gesundheitsdienst arbeiten, Patienten mit Immundefekten betreuen, in Gemeinschaftseinrichtungen oder in Kinderheimen tätig sind.

Die aktuellen Impfempfehlungen der STIKO finden Sie hier:
STIKO-Impfempfehlungen

 


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Letzte Aktualisierung: 18.05.2011
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Deutsches Grünes Kreuz e.V.
Masern- und Windpockenimpfung sowie Impfen und Infektionen beim DGK