Seit Juli 2004 besteht eine generelle Varizellen-Impfempfehlung für Kinder von 11 bis 14 Monaten, die im Juli 2009 um die Empfehlung der zweiten Varizellenimpfung im Alter von 15 bis 23 Monaten erweitert wurde. Mit der zweiten Impfung soll die Häufigkeit von Impfdurchbruchserkrankungen reduziert und die Zirkulation von Varicella-zoster-Viren weiter eingedämmt werden, um so empfängliche Personen und Personen mit einem erhöhten Risiko für schwer verlaufende Varizellen (z. B. Immunsupprimierte) zu schützen.
Mit der Fortführung der Datenerhebung von Varizellen und Zoster verfolgt die AGV folgende Ziele:
Die Häufigkeit von Varizellen- und Herpes-zoster-Erkrankungen in verschiedenen Altersgruppen soll erfasst werden um zu erkennen, ob durch die Varizellen-impfung im Kindesalter eine Verschiebung der Erkrankungen in höhere Altersgruppen stattfindet, in denen Varizellenerkrankungen häufig schwerer und komplikationsreicher als bei Kindern verlaufen.
Neben der Häufigkeit der Varizellenerkrankungen sollen auch die Häufigkeit und der Verlauf von Durchbruchserkrankungen darüber Auskunft geben, ob das empfohlene Impfschema nach Zahl und Abstand der Impfdosen eine dauerhafte Reduzierung der Krankheitslast bewirken kann.
Die Auswirkung der Varizellenimpfung auf die Häufigkeit und Schwere sowie auf das Altersspektrum von Herpes-zoster-Erkrankungen soll untersucht werden.
Um diese Ziele zu erreichen ist die Mitarbeit möglichst vieler niedergelassener Ärzte aus der ganzen Bundesrepublik erwünscht. Insbesondere Allgemeinmediziner und internistisch tätige Hausärzte müssen gewonnen werden, um die Auswirkungen der generellen Varizellenimpfung auch bei Jugendlichen und Erwachsenen beobachten zu können.
Arbeitsgemeinschaft Masern und Varizellen (AGMV) - siehe AGMV Archiv